Mit Foodsharing ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung setzen

Foodsharing setzt sich gegen die Lebensmittelverschwendung ein

Alleine in Deutschland landen jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, davon sind 10 Millionen vermeidbar. Bei den meisten Haushalten landen dabei vor allem Gemüse, Obst und Backwaren in der Mülltonne. Doch auch schon vor dem Kauf gehen bereits in der Produktionskette pro Konsument 108 Kilogramm an Lebensmitteln verloren. Das beginnt in der Landwirtschaft geht über die Verarbeitung bis hin zum Einzel- und Großhandel. Dabei spielen hier oftmals rein ästhetische Gründe eine Rolle: Druckstellen oder Verfärbungen führen zu Aussortierungen in den Supermärkten, krumm gewachsenes Gemüse wird erst gar nicht in den Handel geliefert.

Die Lebensmittelverschwendung ist ein ökologisches Desaster

Diese Lebensmittelvernichtung ist in vielerlei Hinsicht ein Desaster. Die ökologischen Auswirkungen sind enorm, denn für jedes Nahrungsmittel, das wir wegwerfen, ist eine Wassermenge aufgewendet worden. Diese Wassermenge ist doppelt so hoch wie diejenige, die wir zum Waschen und Trinken benötigen. Somit trägt der Lebensmittelmüll mehr zum Klimawandel bei als der Verkehr. Schon alleine eine Halbierung würde soviel Klimagase einsparen, wie wenn jedes zweite Auto nicht mehr fahren würde!

Daneben besitzt das Thema eine unglaubliche soziale Brisanz. Denn während weltweit rund 1,3 Milliarden genießbare Lebensmittel entsorgt werden, leiden gleichzeitig zwei Milliarden Menschen unter Hunger. Rein rechnerisch könnte schon allein mit der Hälfte der Lebensmittelverschwendung in Europa, USA und Kanada alle Hungernden nicht nur einmal satt, sondern dreimal satt werden!

Fehlende, gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln

Die wesentliche Ursache für die Lebensmittelverschwendung sind die niedrigen Preise und die geringe Wertschätzung, die mittlerweile Lebensmitteln entgegengebracht wird. Unsere Konsumgesellschaft, die maßgeblich durch eine Massenproduktion geprägt ist, macht dies möglich. Und die vermeintlich niedrigen Preise stoßen am Ende doch noch teuer auf: So landen durchschnittlich rund 235 Euro an Lebensmitteln pro Person und Jahr in der Mülltonne.

Foodsharing setzt sich gegen die Lebensmittelverschwendung ein

Foodsharing setzt ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung

Foodsharing ist eine bundesweite Initiative, die sich gegen die Lebensmittelverschwendung einsetzt und engagiert. Gegründet wurde sie im Jahr 2012 in Berlin. Mittlerweile ist die Initiative zu einer internationalen Bewegung herangewachsen und auch vermehrt bildungspolitisch unterwegs.

Dabei retten sogenannte Foodsaver ungewollte oder überproduzierte Lebensmittel in privaten Haushalten sowie Betrieben. Neben Privathaushalten, kleinen Betrieben wie Bäckereien oder Cafés machen auch immer mehr Supermärkte mit. Mehr als 6.000 Betriebe sind heute Teil von Foodsharing, über 65.000 Foodsaver haben in der Vergangenheit tausende Tonnen Lebensmittel erfolgreich vor der Tonne gerettet.

Alle, die wollen, können bei Foodsharing selbst zum Foodsaver werden

Das Schöne: Alle, die sich ebenfalls für den Wegwerfstopp von Lebensmitteln einsetzen wollen, können sich ganz einfach auf der Plattform registrieren und somit zum Foodsaver werden. Alles, was man dafür tun muss, ist an einem kleinen Quiz teilzunehmen. Die Teilnahme ist und bleibt kostenfrei. Nachdem man das Quiz bestanden hat, kann man sich anschließend mit anderen Foodsavern vernetzen, Aktionen in den einzelnen Städten und Regionen koordinieren und damit beginnen, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

Die Lebensmittel, die man selbst nicht aufbrauchen kann, kann man anschließend über sogenannte Fairteiler an andere Foodsaver weitergeben oder an soziale Einrichtungen spenden. So wird sichergestellt, dass die überschüssigen Lebensmittel auch wirklich verwendet werden und das gerettete Essen im Nachhinein nicht sogar doch noch in der Tonne landet.

Mehr Informationen zur Initiative Foodsharing findest du hier

Hier kannst du selbst als Foodsaver in deiner Region oder Stadt aktiv werden

Weitere Studien zur Problematik der Lebensmittelvernichtung findest du in der „Vorratskammer“-Materialsammlung von foodsharing (zum Download)

Kommentar verfassen