Durch die grüne Modeszene von Berlin

Opener Green Fashion Tours

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt der nachhaltigen Mode, sondern mittlerweile auch über die Grenzen hinweg dafür bekannt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es mittlerweile Stadtführungen rund um das Thema gibt. Seit 2015 gibt es die Green Fashion Tours, die nicht nur über nachhaltige Mode sprechen wollen, sondern auch über die sozialen Missstände der konventionellen Modeindustrie aufklären möchten. Es werden Alternativen für ein ethisches Kaufverhalten aufgezeigt und über Themen wie Upcycling, Fair Fashion, lokale Produktion und Kreislaufwirtschaft informiert.

Als Teilnehmer kann man dabei hinter die Kulissen der Macher schauen: man besucht unabhängige, kleine Geschäfte als auch Designerstudios und Modeateliers, und bekommt einen ganz persönlichen Blick auf die Fair Fashion Szene. Für sie wiederum ergibt sich die Möglichkeit über ihre individuellen Visionen, ihre Arbeitsweisen aber auch Herausforderungen und Probleme von konventioneller Mode, zu sprechen. Die Green Fashion Tours bringen Anbieter und Nachfrager zusammen, um sich auszutauschen und gegenseitig Anregungen zu geben.

Die Green Fashion Tours werden derzeit in sechs verschiedenen Bezirken Berlins angeboten und finden auf Englisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Französisch statt.

Wir haben bei der Tour durch Kreuzberg mitgemacht und dabei folgende Labels kennengelernt: homage store berlinKék Ló BerlinCorvera Vargas und Jyoti - Fair Works.

Danach haben wir Arianna Nicoletti, eine der Gründerinnen der Green Fashion Tours, getroffen und ihr unsere drei Fragen gestellt.

Was war bzw. ist deine Motivation hinter Green Fashion Tours?

Mit Green Fashion Tours wollen wir nachhaltige Mode für alle sichtbar machen. Wir möchten nachhaltige Läden und Labels in Berlin sowie die kreativen Köpfe dahinter vorstellen, damit die Konsumenten direkt wissen, wo sie das, was sie suchen, finden. Gleichzeitig gelingt es mit den Tours, den Shops und Designer/innen eine größere Sichtbarkeit zu geben, da sie aufgrund der hohen Preise nicht auf den Haupteinkaufsstraßen verkaufen können.

Eine große Motivation ist natürlich außerdem, über die sozialen und ökologischen Aspekte der globalen Modeindustrie aufzuklären und durch das Tour-Erlebnis wieder eine emotionale Verbindung zwischen den Konsumenten und ihrer Kleidung zu generieren.

Was rätst du / ihr unseren Lesern: Was kann man konkret für eine bessere Zukunft tun?

Es gibt in allen Bereichen des Konsums etwas, das man tun kann. Allgemein finde ich das Verb “reduzieren” sehr passend in Bezug auf die Richtung, die unser Konsum und Lebensstil nehmen sollte. Spezifisch im Bereich Mode finde ich es sehr wichtig, die Kleidung so lange wie möglich im Kreislauf zu halten, weniger zu konsumieren oder gebrauchte Kleidung zu kaufen.

Wie passen Reisen und Nachhaltigkeit für dich / euch zusammen?

Die Welt zu bereisen, bedeutet auch sie zu erhalten. Wir sollten Orte und Kulturen also nachhaltig erkunden, dass heißt ohne sie zu modifizieren oder sogar zu zerstören. Einfach zu sagen, aber schwieriger in die Praxis umzusetzen!

Unsere Touren zu innovativer Mode sehen wir als ein Instrument, das eine Verbindung zwischen Nachhaltigkeit und Tourismus kreiert. Wir sind überzeugt, dass das Zusammenbringen von Reisenden und lokalen Changemakern der Nachhaltigkeit, dazu führt, das Bewusstsein für unsere Verantwortung als Reisende und als Konsumenten zu stärken.

Mehr Infos zu den Green Fashion Tours findest du hier

Marc von homage Berlin stellt uns sein Ladenkonzept vor
... eine schöne Möglichkeit sich zu präsentieren
Im Atelier der Modedesignerin
I made your clothes

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