Maheela: Handgewebte Schals aus Nepal

Maheela Pressebild

Die Tücher und Schals von Maheela sehen nicht nur schick aus, sondern erzählen ganz besondere Geschichten, über die Frauen, von denen sie gemacht worden sind. Wie die Geschichte von Goma Thopa (40), die aus einem kleinen Dorf im Osten von Nepal stammt.

Die Geschichte von Goma Thapa

Im Alter von 12 Jahren wurde Goma Thapas Hochzeit von ihren Eltern arrangiert. Doch dann erfuhren sie, dass der Schwiegersohn unfruchtbar ist. Eine wesentliche Voraussetzung, um in der Gesellschaft von Nepal anerkannt zu werden und für das Alter vorzusorgen, war nicht mehr gegeben. Dennoch fand die Hochzeit statt, das Wohlergehen der Tochter war weniger wichtig, als vor der Dorfgemeinschaft das Wort zu brechen.

Daraufhin folgte eine schwere Zeit für Goma Thapa, in der sie über mehrere Jahre sexuell missbraucht, geschlagen und misshandelt wurde. Von Nachbarn hörte sie schließlich, dass die Women’s Foundation Nepal (WFN) Frauen unterstützt, die sich in einer ähnlichen schwierigen Lage befanden.

Heute ermöglicht sie sich ein Leben fernab von Gewalt

Mit 30 Jahren schaffte sie es, ihrem leidvollen Leben zu entfliehen. Sie ging zur WFN, erhielt dort die notwendige medizinische Versorgung, eine psychologische Betreuung sowie eine Rechtsberatung. Außerdem schloss sie eine Ausbildung im traditionellen Weberhandwerk ab. Heute ist sie geschieden und ermöglicht sich mit ihrer Arbeit ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben, denn für ihre wertvolle Handarbeit erhält sie einen existenzsichernden Lohn. Sie selbst sagt:

„Ich wurde neu geboren als ich zur WFN kam. Mit der Arbeit in der Kooperative kann ich ein selbstbestimmtes Leben führen, sparen und mich für mein Alter absichern“.

Auf dem Webstuhl

Mit dem Kauf eines Schals von Maheela unterstützt man die Frauen-Kooperative von WFN ganz automatisch. So ist Maheela ein Stück Entwicklungszusammenarbeit, das gute Arbeitsbedingungen fördert.

Nachhaltig produziert in Nepal

Jeder Schal wird von nepalesischen Frauen auf ihren traditionellen Webstühlen handgewebt und ist somit ein Unikat. Dabei werden nicht nur gesundheitliche, soziale, gesellschaftliche und ethische Standards eingehalten, sondern auch auf eine umweltschonende Produktion geachtet und ausschließlich wertvolle Naturfasern aus naturnaher Landwirtschaft verwendet.

Die Frauen-Kooperative von WFN
Traditionelle Drucktechnik

Es entstehen Schals und Tücher, die modische Eleganz und soziale Verantwortung auf einmalige Weise neu definieren. Eine lebendige Partnerschaft mit wirtschaftlicher und sozialer Kooperation auf Augenhöhe mit den Menschen, die sich gegenseitig sehr ins Herz geschlossen haben. Maheela beweist, dass Exklusivität und Fairness gut zu vereinbaren sind.

Sehr unterstützenswert, wie wir finden, daher haben wir Martina Göbel, Gründerin von Maheela zum Interview getroffen und ihr unsere drei Fragen gestellt.

1. Was war bzw. ist deine Motivation hinter Maheela?

Vor 18 Jahren ging ich für den Deutschen Entwicklungsdienst nach Nepal und arbeitete in Kathmandu bei einer Frauenrechtsorganisation. Die Organisation gibt misshandelten und vergewaltigten Frauen und Kindern eine Unterkunft und Lebensperspektive, in der Gewalt nicht mehr vorkommt: Sie lernen dort lesen und schreiben, erhalten eine Rechtsberatung, die Kinder können die Schule besuchen, aber auch durch Tanz ihre schrecklichen Erlebnisse verarbeiten und langsam vergessen. Ich wurde mit den Herausforderungen konfrontiert, denen sich eine nepalesische Frau stellen muss. Ich weiß um ihre Sorgen, Nöte und Ängste. Das hat mich dazu bewogen, Maheela Germany zu gründen und mich dafür einzusetzen, dass es zu besseren Lebensbedingungen kommen kann.

Meine Vision lautet: 80 Frauen kontinuierlich beschäftigen und entlohnen zu können, durch den Verkauf der Schals.
2016 habe ich das Unternehmen Maheela Germany gegründet. Maheela bedeutet auf Nepali ganz einfach „Frau“, denn die schlichten, aber edlen Tücher und Schals werden von einer Frauen-Kooperative in Kathmandu handgewebt. Mein Ziel sind faire, existenzsichernde Löhne ohne Kinderarbeit unter Einhaltung von Mutterschutz und ohne Preisdrückerei.

Fransenbearbeitung in Nepal

Die Schals werden aus Seide, Wolle und Kaschmir gefertigt. Die Designs werden mit den Frauen in Nepal entwickelt, teilweise werden diese noch an den europäischen Markt angepasst. Für mich ist es wichtig, eine sinnbringende Tätigkeit auszuüben und das ist mit der Unternehmensgründung gelungen. Denn Maheela steht weiter für:

Mut zur Selbstbestimmung, Arbeitsplätze für Frauen in Nepal, Handgefertigte Produkte, Erlesene Materialien in 100 Prozent Naturfaser, Existenzaufbau für Frauen, Leidenschaft für soziale Projekte, Außergewöhnliche Qualität in traditioneller Handwerkstechnik

Ich bin dankbar, dass ich Frauen in Nepal durch den Verkauf ihrer Produkte einen Existenzaufbau ermögliche und in Deutschland zeigen kann, was sie in höchster Qualität in Handarbeit fertigen können. Gemeinsam sind wir erfolgreich.

2. Was rätst du unseren Lesern: Was kann man konkret für eine bessere Zukunft tun?

Für mich ist das folgende Zitat von Mahatma Gandhi richtungsweisend. Es hat Geltung für uns alle: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“.

3. Wie passen Reisen und Nachhaltigkeit für dich zusammen?

Reisen und Nachhaltigkeit sind für mich in Einklang zu bringen, wenn ich mich umwelt- und ressourcenschonend verhalte, weil ich mich einer ethisch, moralischen Grundhaltung verschrieben habe. Außerdem geht es um Respekt, der Menschen in anderen Teilen der Erde entgegengebracht wird, Sie in ihrer Eigenart zu achten und würdevoll zu behandeln.

Die Schals werden aus Naturmaterialien wie Wolle und Seide hergestellt

Mehr Informationen zu Maheela findest du hier

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