Ein grüner Lifestyleguide für Berlin

Claudi bei der Green Tour

Green Me Berlin ist eine Online-Plattform, auf der sich die grüne Szene aus Berlin (und aller Welt) trifft. Hier wird über die neuesten Trends berichtet, die schönsten Cafés vorgestellt und inspirierende Geschichten erzählt, die sich allesamt mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Empfehlenswert sind auch die Green Tours. Hier werden euch die schönsten und nachhaltigen Orte in Berlin gezeigt.

Wir haben Claudi, die Initiatorin von Green Me, zum Interview getroffen und ihr unsere drei Fragen gestellt.

Was war bzw. ist deine Motivation hinter GREEN ME BERLIN?

Bei GreenMe Berlin geht es mir vor allem darum, die kreative Berliner “Green Scene” vorstellen und somit Berliner, Expats und Reisende zu inspirieren, die Stadt mal von einer neuen “grünen” Seite zu erleben, neue Sachen auszuprobieren, offen und neugierig durch die Straßen zu gehen… mit Spaß, ohne Zwänge.

Durch meine frühere Arbeit mit Reisejournalisten und -bloggern habe ich gemerkt, dass Berlin voll einzigartiger nachhaltig-orientierter Projekte steckt, die meine Werte teilen und mit ihren Kreationen die Welt ein wenig besser und bunter gestalten. Von Zero Waste Cafés und veganen Restaurants, zu lokalen Designern, Shops und Künstlern, bis hin zu Urban Gardening Projekten und umgenutzten Freiräumen - Nachhaltigkeit hat viele Facetten und mir war es wichtig, die Macher und Freigeister vorzustellen, die mit gutem Beispiel voran gehen.

Gleichzeitig ist es mir auch ein Anliegen, gleichgesinnte Menschen zusammenzubringen und den Austausch zu fördern. Deshalb haben wir auch unsere Touren ins Leben gerufen, um gemeinsam positive Momente zu teilen und Mut zu machen, dass wir alle etwas tun können - und dass es sogar Spaß macht 🙂

Claudi bei der Green Tour

Was rätst du unseren Lesern: Was kann man konkret für eine bessere Zukunft tun?

Unfassbar lecker & gesund essen, mit netten Menschen quatschen, die tollsten Kleidungsstücke tragen und eine unvergessliche Zeit in ehemaligen Brachen verbringen…

Übersetzt heisst das:

  • Sich mit Offenheit und Neugier an pflanzenbasiertes, natürliches Essen herantasten. Am einfachsten geht das in einem der vielen großartigen veganen Restaurants in Berlin (aber auch in den meisten anderen Städten)
  • Öfter zum Markt gehen, statt zu Rewe, Lidl & co. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern es macht auch unheimlich viel Spaß sich mit den netten Farmern und Standbesitzern zu unterhalten. Keine unzufriedenen Kassierer oder genervte Leute in der Schlange, sondern herzliche, leidenschaftliche Menschen
  • Das nächste Kleidungsstück in einem Ethical Fashion Store kaufen. Glaubt mir, der “Kartoffelsack-Öko” Look gehört der Vergangenheit an. Die grüne Fashion Szene in Berlin boomt, es gibt zahlreiche kreative, junge Labels, die mit viel Leidenschaft dafür sorgen, dass sich öko-faire Mode absolut nicht hinter konventionellen Marken verstecken muss. Außerdem sind Upcycling und Second Hand zwei gute Konzepte, um Ressourcen zu sparen. Generell gilt: weniger ist mehr - es lebe der Minimalismus 🙂
  • Raus in die Stadtnatur. Community Gärten und andere kreativ transformierte Flächen und Gebäude sind eine spannende Abwechslung zum Büro-Alltag.

Wie ihr seht hat eine bessere Zukunft für mich absolut nichts mit Verzicht zu tun. Das wichtigste ist, mit Spaß und Neugier ans Thema Nachhaltigkeit heranzugehen. Vielleicht sucht man sich erst mal ein Gebiet aus, wofür das Herz am meisten brennt - bei mir war das Reisen und Essen - und experimentiert einfach mal munter drauf los.

Wie passen Reisen und Nachhaltigkeit für dich zusammen?

Gute Frage. Ich bin tatsächlich jemand, der recht viel reist. Dabei bin ich mir meines Fußabdrucks beim Fliegen durchaus bewusst und versuche das möglichst gut auszugleichen (z.B. durch vegane Ernährung, oder Spenden an CO2 Offsetting Projekte) und auf der Reise selbst auch so nachhaltig wie möglich unterwegs zu sein.

Dennoch bin ich überzeugt, dass Reisen unheimlich wichtig ist, um den Blick für das große Ganze zu wahren. Auf Reisen wird einem die Schönheit unserer Natur und unseres Planeten erst so richtig bewusst. Man lernt über fremde Kulturen, macht sich selbst ein Bild - und ist nicht abhängig von der (oft extrem unrealistischen) Sichtweise der Medien.

Meine 3 Monate in Indien vor 5 Jahren haben mich z.B. unheimlich geprägt. Ich habe gesehen, dass die ärmsten Menschen oftmals trotzdem glücklich und zufrieden sind. Ich habe gelernt dankbar zu sein. Ich habe gelernt, mit extrem wenigen “Dingen” auszukommen, bin zu einem echten Minimalisten geworden.

Und ich habe gelernt, dass fast alles möglich ist, wenn man wirklich will.

Reisen lässt uns außerdem viel besser verstehen, dass wir alle miteinander verknüpft sind. Wir teilen uns alle diesen genialen Planeten und was wir zu Hause tun oder konsumieren hat immer auch einen Einfluss auf die Menschen in Kenia, Fidschi, Samoa, Nicaragua, Argentinien, Nepal etc. Das motiviert mich jeden Tag auf’s Neue, denn es bedeutet, dass wir alle etwas in der Welt verändern können - und sei es auf der kleinsten lokale Ebene.

 
Hier gehts zu den Green Tours

 

2 Comments

  1. Jakob
    11. Januar 2018

    Tolles Interview ! Eine echte Inspiration 🙂
    GreenMe zeigt dass Nachhaltigkeit und Verzicht nicht in einen Satz gehören. Toller Guide um die Hauptstadt authentisch zu erleben.

    Antworten
    1. Claudi
      24. Januar 2018

      1000 Dank für das tolle Feedback Jakob ? Freut mich sehr, dass du dich mit der Message von GreenMe Berlin identifizieren kannst… Ab Frühjahr gibt’s wieder Touren, komm unbedingt mal mit!

      Antworten

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