Städtereisen für Stadtmuffel: 5 Städte, die trotzdem passen
Städtereisen sind definitiv nicht für alle gemacht – zu viele Menschen, zu viel Verkehr, zig Sehenswürdigkeiten an einem Tag und am Ende braucht man sogar noch Urlaub vom Urlaub. Wer eigentlich lieber am Meer sitzt, durch Wälder spaziert oder einfach stundenlang in einem Café herumhängt, macht um Citytrips deshalb oft lieber einen Bogen.
Muss aber gar nicht sein. Denn es gibt da ein paar Städte, die sich erstaunlich wenig nach klassischem Städtetrip anfühlen: kleine Zentren, viel Grün, Wasser vor der Tür oder Berge gleich nebenan und vor allem genug Möglichkeiten, einfach mal nichts zu machen. Diese fünf europäischen Städte sind deshalb perfekt für alle, die eigentlich keine Städtereisen mögen:
Ljubljana: Kleine Stadt trifft Natur
Ljubljana ist vermutlich eine der besten Städte für alle, die bei „Großstadt“ direkt Fluchtgedanken bekommen. Die slowenische Hauptstadt ist extrem überschaubar (im positiven Sinne), entspannt und erstaunlich grün. Das Zentrum ist weitgehend autofrei, die Ljubljanica schlängelt sich mitten durch die Stadt und mit dem Tivoli-Park beginnt die Natur praktisch direkt hinter der Innenstadt.
Das Schöne: Man muss in Ljubljana nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen. Ein Spaziergang am Fluss, ein Kaffee in der Sonne, ein bisschen über den Markt schlendern und schon ist der Tag ziemlich gut gefüllt. Wer mehr Bewegung möchte, kann mit dem Fahrrad los oder in wenigen Minuten im Grünen verschwinden.
Perfekt für: alle, die eigentlich lieber einen Spaziergang als eine Stadtführung machen.
Porto: Stadturlaub mit Meeresrauschen
Porto hat zwar Altstadt, Kirchen, hübsche Häuser und jede Menge Geschichte, fühlt sich aber trotzdem nicht nach dem klassischen „Wir müssen heute noch sieben Sehenswürdigkeiten schaffen“-Trip an. Vielleicht liegt es am Atlantik, vielleicht an den leicht verwaschenen Häuserfassaden oder daran, dass man hier sehr schnell vom Stadtbummel bei einem Glas Wein am Wasser landet (Achtung vor den Möwen!).
Besonders angenehm: Das Meer ist nie wirklich weit weg. In Foz do Douro trifft der Fluss auf den Atlantik, dazu kommen Strände und lange Promenaden. Auch mitten in der Stadt gibt es überraschend viel Grün, etwa im großen Parque da Cidade, der sich bis ans Meer zieht.
Porto eignet sich deshalb hervorragend für einen Tagesrhythmus, der ungefähr so aussieht: ausschlafen, Kaffee trinken, ein bisschen durch die Gassen treiben lassen, Mittagessen, Meer anschauen. Wenn man zwischendurch doch Lust auf Kultur bekommt, gibt es davon natürlich reichlich.
Perfekt für: alle, die beim Wort Städtereise lieber „Meer“ als „Museum“ hören.
Gent: Mittelalter, aber bitte entspannt
Gent hat alles, was man von einer europäischen Stadt erwartet: historische Häuser, Kanäle, eine imposante Burg und jede Menge schöne Ecken. Gleichzeitig ist die belgische Stadt angenehm unaufgeregt und fühlt sich eher wie eine große, lebendige Kleinstadt an als wie eine Metropole. Ein großer Pluspunkt für Stadtmuffel ist das autofreie Zentrum. Statt sich zwischen Autos und Bussen hindurchzuschlängeln, kann man einfach loslaufen, am Wasser entlangspazieren und zwischendurch irgendwo einkehren. Gent selbst beschreibt sich als entspannt und „human“ und genau das trifft es ziemlich gut.
Falls irgendwann die Lust auf Sightseeing kommt: Die Burg Gravensteen, Museen und die berühmte Genter Altar-Tafel sind da, aber eben ohne das Gefühl, dass man sie alle an einem Nachmittag abhaken müsste.
Perfekt für: alle, die historische Städte mögen, solange sie nicht anstrengend sind.
Innsbruck: Morgens Café, nachmittags Berg
Eine Stadt, bei der man sich ziemlich leicht aus dem klassischen Citytrip verabschieden kann: Innsbruck. Denn hier reicht ein Blick aus dem Fenster und man weiß, dass es draußen noch etwas anderes gibt als die nächste Fußgängerzone. Tirols Hauptstadt liegt mitten in den Alpen. Nach einem gemütlichen Frühstück in der Altstadt kann man deshalb theoretisch schon kurze Zeit später auf dem Berg stehen. Perfekte Kombi! Man kann durch die Altstadt bummeln, sich die berühmte Nordkette anschauen und danach einfach raus aus der Stadt, oder aber man bleibt unten und macht es sich irgendwo gemütlich.
Perfekt für: alle, die bei einem Citytrip trotzdem mindestens einen Berg brauchen.
Bergen: Wenn die Stadt eigentlich nur das Basislager ist
Bergen ist für alle interessant, die eine Stadt gerne als Ausgangspunkt für Naturerlebnisse sehen. Die norwegische Stadt liegt zwischen Bergen und Fjorden und entsprechend fällt es schwer, sich ausschließlich auf die Innenstadt zu konzentrieren.
Natürlich lohnt sich ein Spaziergang durch Bryggen mit seinen bunten Holzhäusern, aber mindestens genauso schön ist es, einfach einen der umliegenden Berge hinaufzuwandern und die Stadt von oben zu betrachten. Wer danach wieder zurückkommt, kann sich durch Cafés und Restaurants treiben lassen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Perfekt für: alle, die auf einer Städtereise am liebsten möglichst schnell wieder draußen wären.
Weitere spannende Artikel zum Thema Stadt:
ESSBARE STÄDTE: WENN MITTEN IN DER STADT GEMÜSE WÄCHST
DIE IDEE DER SCHWAMMSTADT
© Fotos: Pexels / Kokorevas; unsplash / Eugene Kuznetsov; Pexels / Uiliamnornberg, Daniel Cardoso, Alesiakozik; unsplash / Zhang Shaoqi
Nadine Pinezits
Nadine ist freiberufliche Redakteurin und Texterin. Sie lebt in Österreich und pendelt zwischen Salzburg und Wien. Sie ist somit entweder in den Bergen oder im Großstadtdschungel unterwegs, versucht aber gleichzeitig, so viel Zeit wie möglich in ihrem Herzensland Portugal zu verbringen.



KOMMENTAR