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Unterkunft Toskana

Zwischen Kräutergarten und Naturpool: San Martino in der Toskana

Lena Augustin ist für Good Travel in die Toskana gefahren und hat sich die Unterkunft San Martino angeschaut:

 

Zwischen Stadtleben und Sehnsucht nach Natur

Wir starten mit dem Auto Richtung Italien. Unser erster Halt: Bologna. Eine Stadt voller junger Menschen, Kultur und kreativer Energie. Cafés, alternative Orte und Räume, an denen sich visionäre Menschen begegnen. Und gleichzeitig spüre ich wieder diese innere Spannung, die mich schon lange begleitet: die Sehnsucht nach inspirierenden Städten – und nach Natur.

Ich selbst bin am Land aufgewachsen und lebe seit über zehn Jahren in München. Immer wieder suche ich nach einer Balance zwischen beiden Welten. Zwischen kreativem Schaffen und Ruhe. Zwischen Begegnung und Rückzug. Zwischen dem schnellen Rhythmus des urbanen Lebens und dem Bedürfnis, einfach nur zu sein.

Frau im dunklen Kleid steht mit geschlossenen Augen im Abendlicht vor dichtem Grün im Garten der Fattoria San Martino bei Montepulciano

Ankommen in der Toskana

Nach einer Nacht in Bologna fahren wir weiter Richtung Toskana. Erst spät abends kommen wir im Fattoria San Martino bei Montepulciano an. Schon die Fahrt dorthin verändert etwas in mir. Die weite Landschaft, die Ruhe und diese kraftvolle Natur lassen mich sofort langsamer werden. Tief durchatmen.

Am nächsten Morgen wache ich mit Blick ins Grüne auf. Vogelstimmen, Sonnenlicht, frische Luft. Ich merke sofort, wie mein Nervensystem ruhiger wird. Wie sehr ich es vermisst habe, von Natur umgeben zu sein.

Bei meinem ersten Spaziergang durch den Garten schlägt mein Herz höher: Rosmarin, Salbei, Lavendel, Zitronenmelisse und viele andere Kräuter wachsen zwischen alten Olivenbäumen, Blumen und einem großen Lindenbaum direkt vor dem Apartment. Der Garten riecht nach Sonne, Kräutern, Frieden und dieser tiefen Ruhe, die man oft vergisst, wenn man lange in der Stadt lebt. Überall summt und lebt es. Der Duft der Pflanzen, die warme Luft und die Stille dieses Ortes schärfen plötzlich alle Sinne. Es fühlt sich an wie ein tiefes Durchatmen. Wie Zuhause.

Knorriger Pinienstamm mit Blick auf die weite toskanische Hügellandschaft, Wolken und ferne Gehöfte
Breite Steintreppe führt zum ockerfarbenen Eingang der Fattoria San Martino, umrahmt von Gärten und blauem Himmel
Blumenbeet

Die Vision von San Martino

San Martino ist mehr als ein Ort zum Übernachten. Karin und Antonio haben diesen Ort vor rund 25 Jahren auf einem Hügel zwischen zwei alten Kiefern erschaffen – mit der Vision, Menschen wieder mit der Natur zu verbinden. Einen Raum zu kreieren, an dem man die Sonne auf der Haut spürt, den Wind wahrnimmt, den Duft der Erde riecht und sich wieder daran erinnert, was im Leben wirklich zählt. Weg vom schnellen Designerleben in Mailand. Hin zu einem Leben im Rhythmus der Natur.

Karin vom San Martino in der Toskana

 

Beim Frühstück lerne ich Karin kennen – voller Energie, Wärme und Liebe. Sie ist eine unglaublich inspirierende Visionärin, die trotz allem an das Gute im Leben glaubt. Und genau diese Haltung spürt man hier überall.

Die Philosophie von San Martino zieht sich durch jedes Detail: Biodynamik, Bioarchitektur, ein Naturpool ohne Chemikalien und eine vegetarisch-vegane Küche, die mit saisonalen Zutaten aus dem eigenen Garten und besten Lebensmitteln aus der Region arbeitet. Rund um die Fattoria wachsen Gemüse, Kräuter, Obst und Oliven. Vieles entsteht hier im Einklang mit der Natur und mit einem tiefen Bewusstsein für Qualität, Einfachheit und Harmonie.

Auch das Essen spiegelt genau diese Haltung wider. Kein klassisches Fine Dining, sondern ehrliche, wunderschöne Gerichte, die nähren und gleichzeitig inspirieren. Traditionelle italienische Küche wird hier pflanzlich interpretiert – kreativ, leicht und mit viel Liebe zum Detail. Überall spürt man, dass Schönheit nicht aus Fülle entsteht, sondern aus Bewusstsein. Dass ein Raum, ein Gericht oder ein Design nicht viele Zutaten braucht, wenn die einzelnen Dinge mit Sorgfalt gewählt sind. Vielleicht ist genau das die besondere Kunst von Karin: etwas Altes und Traditionelles auf eine feine und ursprüngliche Weise neu zu interpretieren.

Collage aus handgeschriebener Speisekarte mit Farm-to-table-Menü und Blick in die offene Küche der Fattoria San Martino
Blick durch große Sprossenfenster auf die toskanische Hügellandschaft mit Olivenbäumen und der Altstadt von Montepulciano
Collage aus angerichtetem vegetarischem Gericht mit Crêpe-Rolle und frisch geernteten Fenchelknollen mit Grün

Ein Ort zum Durchatmen

Dieser Ort schafft Raum zum Entschleunigen, ohne dabei auf Inspiration zu verzichten. Man kann durch den Garten spazieren, unter Olivenbäumen sitzen, an einer Cooking Class teilnehmen oder einfach den Geräuschen der Natur zuhören.

Während unseres Aufenthalts besuchen wir auch den Wochenmarkt in Montepulciano. Dort treffen wir auf Menschen, die – genau wie Karin – für ein friedvolleres Leben in Verbindung mit der Natur stehen. Auch solche Begegnungen machen diesen Ort besonders.

Rankende Weinpergola über gemütlicher Sitzecke mit alter Glocke und Kräuterbeeten vor der ockerfarbenen Fassade
Garten und Nahaufnahme von frischen Pfefferminzblättern in der Sonne

Zwischen Ästhetik und Wildheit

Vielleicht ist genau das die besondere Energie dieses Ortes:

San Martino erinnert uns daran, dass wir uns nicht zwischen Stadt und Natur entscheiden müssen. Zwischen Ästhetik und Wildheit. Zwischen kreativem Schaffen und Ruhe.

Denn genau das macht diesen Ort so besonders: Hier treffen Design, Schönheit und bewusstes Leben auf die ursprüngliche Kraft der Natur. Blumen wachsen frei zwischen Kräutern, der Wind bewegt die alten Olivenbäume und überall spürt man diese stille Erinnerung daran, worum es im Leben eigentlich geht: Verbindung. Mit der Natur, mit Tieren und mit anderen Menschen und mit uns selbst.

Gemütliches Schlafzimmer mit gewölbter Holzdecke, ockergelber Wand und gerahmten Kunstdrucken in der Fattoria San Martino
Blick von unten durch die Kronen mehrerer Pinien in den toskanischen Himmel bei der Fattoria San Martino

© Fotos: Lena Augustin

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