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Frau entspannt in orangefarbener Outdoor-Badewanne umgeben von grünem Blattwerk

Whycation: Die Suche nach dem Warum

Früher war ein Urlaub einfach ein Urlaub. Man fuhr weg, machte Fotos vom Sonnenuntergang, sah sich die 10 wichtigsten Sehenswürdigkeiten an, ärgerte sich über den verspäteten Rückflug und zählte schon am zweiten Arbeitstag wieder die Tage bis zum nächsten freien Wochenende. Heute verändert sich der Blick aufs Reisen langsam. Wir fragen uns nicht mehr nur „Wohin fahre ich?“, vielmehr „Wozu eigentlich?“ Dieser Gedankengang hat seit Kurzem auch einen Namen: Whycation.

Was suchen wir eigentlich?

Der neue Reisetrend setzt sich aus „Why“ und „Vacation“ zusammen, also der Frage nach dem Warum hinter einer Reise. Was suche ich? Ruhe? Abstand? Klarheit? Inspiration? Abenteuer? Manchmal auch einfach nichts davon, außer raus sein. Ja, zugegeben, das klingt zuerst mal wie ein weiterer Trend, aber irgendwie trifft er einen Nerv. Die klassische „Ich muss unbedingt alle Sehenswürdigkeiten abhaken“-Mentalität verliert langsam ihren Reiz. Wir zählen keine Länder mehr, in denen wir waren, wie sind müde von überfüllten Hotspots, perfekt inszenierten Instagram-Orten und Reisen, die sich mehr nach Stress als nach Erholung anfühlen.

Es wächst der Wunsch nach etwas Echtem und nach neuer Inspiration. Eine Whycation kann folglich vieles sein. Für die eine Person bedeutet sie ein Wochenende alleine in einer kleinen Hütte am See ohne WLAN und Unterbrechungen. Für jemand anderen ist es eine Reise nach Portugal zum Surfenlernen nach einer Trennung. Manche fahren in die Berge, weil sie dort endlich wieder schlafen können. Andere entscheiden sich bewusst für eine Reise mit handwerklichen Aktivitäten, um den Kopf freizubekommen. Nicht umsonst werden auch Retreats mit verschiedenen Fokusthemen seit einiger Zeit so gut gebucht. Sie geben schließlich ein sehr klares Warum.

Warum dieser Trend gerade jetzt so groß wird

Ja, you guessed it: Digitale Überlastung, Weltgeschehen, die Nachwirkungen der Pandemie. Die letzten Jahre haben bei vielen etwas verändert. Zwischen Stress, Zukunftsängsten, Medieneinwirkung und dem Gefühl, immer online sein zu müssen, ist Reisen für viele mehr geworden als ein bloßer Ausbruch aus dem Alltag. Wir merken inzwischen, wie erschöpft wir eigentlich sind und dass selbst ein Urlaub manchmal eher wie ein durchgetaktetes Programm wirkt, während die ruhigeren Momente dazwischen oft länger nachhallen als die geplanten Highlights. Dazu kommt: Wir hinterfragen vieles mehr. Muss es wirklich immer die Fernreise sein? Muss jeder Urlaub spektakulär aussehen? Oder reicht manchmal einfach ein Ort, an dem man wieder durchatmen kann oder irgendetwas Neues lernt, wenn auch noch so klein?

Holzhaus am Kanal im Spreewald bei Sonnenuntergang mit Boot im Vordergrund

Ferienhaus Cosy Lehde in Lübbenau im Spreewald

Warum der Begriff wahrscheinlich bleiben wird

Viele Reisetrends verschwinden schnell wieder. Sie klingen gut auf Social Media, funktionieren ein paar Monate lang als Hashtag und sind dann vergessen. Whycation könnte, glaube ich, anders sein. Denn es ist kein neues Format, sondern eher eine Verschiebung im Denken. Aus „Wo war ich?“ wird „Was hat es mit mir gemacht?“. Im besten Fall bleibt etwas hängen: ein Gefühl von Leichtigkeit, eine Idee, die man mitnimmt, ein neues Skill, das man gelernt hat oder einfach ein Perspektivwechsel, der im Alltag weiterarbeitet, statt nach ein paar Tagen zu verpuffen.

Es geht meiner Meinung nach auch gar nicht darum, dass jede Reise einen tiefen Lebenswandel auslösen muss, eher, dass sie mehr sein darf als eine kurze Unterbrechung. Whycation macht sichtbar, dass eine gute Reise nicht dann endet, wenn man zurückkommt, sondern im Idealfall bewirkt, dass man nicht am zweiten Arbeitstag schon wieder die Wochen bis zur nächsten Auszeit zählt.

5 Good Travel Unterkünfte für eure nächste Whycation:

Den eigenen Geschmackssinn neu kennenlernen bei einem italienischen Kochkurs und Sammeltouren im Podere Conti in der Toskana

Nahaufnahme eines Gourmet-Gerichts mit Trüffelscheiben, Lachs und blauen Boretschblüten
Festlich gedeckte Tafel unter Lichterketten im Innenhof eines toskanischen Steingehöfts bei Nacht

Bei Töpferkursen im Minimalus in Rheinland-Pfalz die Hände werken lassen und zugleich Schönes schaffen:

Hände formen einen Tonbecher auf einem Holztisch beim Töpferkurs

Ganz bewusst abschalten und eine Auszeit ohne WLAN in der Waldsauna genießen im Hop Farm Beach in Schweden:

Schwarze Saunahütte auf Holzdeck inmitten eines schwedischen Kiefernwalds
Innenansicht einer Holzsauna mit Harvia-Ofen, Holzeimern und Blick in den Wald

Surfen lernen, sich den Wellen hingeben und die Magie des Ozeans spüren im o sońo in Galizien:

Surfer mit Board am weißen Sandstrand von Galizien mit türkisfarbenem Atlantik im Hintergrund

Kunst und Kultur in all ihren Facetten genießen – von Malkursen über Lesungen bis zu Konzerten – im Hotel Ucliva in der Schweiz:

Hand mit Aquarellpinsel über einem Farbkasten auf verwittertem Holztisch

 © Fotos: Les Cabanas Ostende, Jessica Pfuhl, Podere Conti, Pexels / cottonbro, Hop Farm Beach, o soño, Pexels / Greta Hoffman

Nadine ist freiberufliche Redakteurin und Texterin. Sie lebt in Österreich und pendelt zwischen Salzburg und Wien. Sie ist somit entweder in den Bergen oder im Großstadtdschungel unterwegs, versucht aber gleichzeitig, so viel Zeit wie möglich in ihrem Herzensland Portugal zu verbringen.

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