MoaAlm Mountain Retreat – ein Zuhause in den Bergen
Auf 1.800 Metern, am Rande des Nationalpark Hohe Tauern und im Schatten des höchsten Berges Österreichs, liegt die MoaAlm. Kein Hotel, keine Rezeption, kein Zimmerservice – sondern ein ehemaliger Alpengasthof, den Sophie und Tobias zu einem ganz persönlichen und gemütlichen Rückzugsort für alle machen, die eine Woche voller neuer Erfahrungen suchen. Egal ob solo, als Paar oder mit Freunden und Familie: Hier verbringt man gemeinsam Zeit, fernab vom Alltag und mitten in der Natur.
Wie Sophie und Tobias auf die Alm kamen
Die Berg-Sehnsucht war für Sophie und Tobias immer da – und nach jeder Reise fiel es ihnen schwerer, den Bergen den Rücken zu kehren. Ihr Traum war es, irgendwann dort zu leben, auch wenn beide eigentlich in der Werbebranche arbeiteten und in Berlin-Wilmersdorf eine schöne Wohnung, Freunde und Familie hatten. Und dann kam der Lockdown und ein geplanter Skitouren-Urlaub auf der MoaAlm wurde aus bekannten Gründen abgesagt. Mehr zufällig entstand im Gespräch von Sophie mit den Eigentümern des Hauses die Idee, dass sie einfach kommt und mithilft.
Sophie fuhr hin und war wie vom Blitz getroffen. Als sie Tobias davon erzählte, war schnell klar: Diesen Ort möchten sie sich genauer anschauen. Ein Kleinod fernab vom Massentourismus mancher Bergregionen. Die Abgeschiedenheit des Hauses, die Schönheit der Osttiroler Berge und das Leben in Kals fühlten sich für beide schnell wie eine echte Perspektive an.
Was ihnen an Wissen fehlt, bringen sie sich selbst bei oder fragen Menschen aus dem Tal um Hilfe. Als ausgebildete Yogalehrerin und Bergwanderführer:in können Sophie und Tobias heute das tun, was sie am meisten lieben: Menschen für die Berge und Bewegung begeistern.
Was dich vor Ort erwartet
Die MoaAlm lebt von ihrer besonderen Lage – und von den Menschen, die sie mit Leben füllen. Sophie, Tobias und ihre zwei Mitarbeiterinnen sorgen dafür, dass man sich schnell zuhause fühlt. Das große, gemütliche Wohnzimmer steht allen offen und es herrscht eine Begeisterung für den Ort, die ansteckend wirkt.
Der Aufenthalt ist strukturiert wie ein echtes Retreat (englisch für Rückzug): Es gibt einen Wochenplan, der immer samstags mit der Ankunft und einem entspannten Kennenlernen startet. Am Sonntagmorgen beginnt der Tag mit Yoga und einem herrlichen Frühstück, bevor es zur ersten Wanderung inklusive einführender Erklärungen und Tipps zum Bergwandern geht. Prinzipiell gilt bei den Touren und beim Yoga, dass jeder mitmachen kann, mit oder ohne Vorerfahrung. Eine gewisse Grundfitness sollte man beim Wandern mitbringen: Wer regelmäßig Rad fährt oder joggt, ist gut vorbereitet.
Mittwoch ist traditionell der Pausentag – zum Entspannen, Lesen oder um die zauberhafte Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Für viele ist der holzbefeuerte Hot Tub mit Ausblick auf die Berge im Abendlicht das absolute Highlight, um die Muskeln nach der Wanderung zu entspannen. Wer mehr Action braucht, kann sich auch den umliegenden Gletschern und Gipfeln widmen – für besondere Abenteuer wie eine Großglockner-Besteigung, Klettern oder Paragliden arbeiten die Gastgeber mit absoluten Profis zusammen.
Traumhafter Blick und ungestörte Natur
Osttirol ist eine Region, die viele erst noch entdecken müssen: ursprünglich, wild und von einer Ruhe geprägt, die man in den bekannteren Alpentälern leider nur noch selten findet. Als Partnerbetrieb des Nationalparks Hohe Tauern wird auf der MoaAlm die Natur nicht nur bewundert, sondern aktiv wertgeschätzt: Man spart bewusst Energie, organisiert die Anreisen bestenfalls als Gruppentransfer und kocht vegan und so saisonal und regional wie möglich. Nachhaltigkeit ist hier kein zusätzlicher Gedanke, sondern gehört maßgeblich zum Alltag – der selbstverständliche Schutz der eigenen kleinen Welt am Berg.
Hier ist es so ruhig, dass man endlich die eigenen Bedürfnisse hören kann
Eine Gemeinschaft auf Zeit und wer mag auch darüber hinaus
Was die MoaAlm besonders macht, sind die Menschen, die sich hier begegnen – Gäste zwischen 25 und 70 Jahren, aus allen Ländern und mit unterschiedlichsten Hintergründen. Genau das überrascht viele: Man trifft Menschen, mit denen man sonst vielleicht nie ins Gespräch gekommen wäre. Und spätestens nach der ersten Wanderung stellt sich ein angenehmes Gemeinschaftsgefühl ein, das sich über die Woche weiterentwickelt. Wer keine ganze Woche Zeit hat, kann auch nur vier Nächte bleiben. Besonders schön ist es natürlich, wenn alle zusammen die Auszeit beginnen und beenden.
Viele Gäste kommen wieder. Das liegt auch daran, dass man hier keine Entscheidungen treffen muss – Sophie, Tobias und ihr Team kümmern sich um alles. Für wiederkehrende Gäste bedeutet ein Aufenthalt auf der MoaAlm dann vor allem ein Wiedersehen: mit den Gastgebern, mit dem Haus, mit den eigenen Bergen. Es geht um Rückzug, einen anderen Rhythmus, mentale Entschleunigung bei körperlicher Bewegung, und um das Gefühl, an einem besonderen Ort immer willkommen zu sein.
Fürs leibliche Wohl ist auch gesorgt – und wie!
Das hausgemachte Essen ist gesund, aus regionalen Produkten gekocht und vegan – vor allem aber schmeckt es richtig gut. Gemeinsam am langen Tisch zu essen, wird zum schönen Ritual für alle. Auch wenn viele Gäste wegen der Berge anreisen, sprechen sie am Ende der Woche oft genauso viel über das Essen wie über die Aktivitäten. Sie fragen nach Rezepten, fotografieren nicht nur die Gipfel, sondern auch den hübsch arrangierten Teller. Einige Lieblingsgerichte findet man auf der MoaAlm-Website – als Einladung, ein Stück der Woche mit nach Hause zu nehmen.
Warum die Berge im Schnee besonders schön sind
Trotz der klimatischen Veränderung, die überall zu spüren sind, gibt es rund um die MoaAlm und im nie überfüllten Großglockner-Skigebiet noch ausreichend Schnee für Skifahrer:innen, Snowboarder:innen, Langläufer:innen sowie tolle Routen zum Schneeschuhwandern und Skitourengehen. Schon im Dezember gibt es fluffigen Schnee und gute Gründe für eine Auszeit vor dem Weihnachtsstress. Auch der Jahreswechsel oder der klare, kalte Januar haben ihren Reiz. Jede Woche finden Retreats statt, bei denen Yoga und Wintersport im Fokus stehen.
Bis in den April gibt es hier oben Schnee, bevor eine kleine Pause vor der Sommersaison auch für die Gastgebenden ein willkommener Resetknopf ist. Dann fahren die beiden Berg-Fans zur Verwandtschaft nach Berlin. Wo sie natürlich schon nach wenigen Tagen ihre Alm wieder vermissen.
Was Gäste mit nach Hause nehmen
Am Ende der Woche wünschen sich Sophie und Tobias vor allem eines: dass ihre Gäste das Gefühl haben, eine zweite Heimat in den Bergen gefunden zu haben. Und dass sie sich erholt und lebendig fühlen. Viele Gäste kommen regelmäßig, weil die Mischung aus einem festen Programm, toller Verpflegung und perfekter Organisation gepaart mit der Herzlichkeit der Gastgebenden sich angenehm behütet anfühlt. Diese Sorglosigkeit ist es, die viele Gäste immer wieder zurückkehren lässt. Und vielleicht denkt auch der eine oder andere Gast nach den Tagen auf der MoaAlm wie einst Sophie: „Ich habe meinen Ort gefunden”.
© Fotos: MoaAlm Mountain Retreat
Geraldine Voss
Geraldine arbeitet als freie Autorin für Good Travel und hat gerade eine Ausbildung zur Nachhaltigkeitsmanagerin absolviert. Nach zwanzig spannenden Jahren beim Film, widmet sie sich jetzt hauptberuflich ihren anderen Leidenschaften – Reisen, Essen und Design.



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