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Urlaub in Gemeinschaft

5 Orte, an denen Urlaub Gemeinschaft bedeutet

Es gibt Reisen, bei denen man zurückkommt und sich vor allem an die Gespräche erinnert. An den Abend, als man noch lange mit vormals Fremden zusammen saß und sich prächtig unterhalten hat. An das Gefühl, nicht einfach nur Gast gewesen zu sein, sondern kurz Teil von etwas. Genau das meinen wir, wenn wir von gemeinschaftlichen Erlebnissen sprechen – nicht die organisierte Gruppenaktivität, sondern das unaufgeregte Miteinander, das an manchen Orten ganz von selbst entsteht. Diese fünf Unterkünfte stehen dafür wie kaum andere.

Glücklich zusammen im Happy Hamlet in der Nähe von Toulouse

Urlaub wie zu Gast bei Freunden: Das ist keine Floskel, wenn man ins Happy Hamlet kommt. Der jahrhundertealte Weiler in der wilden Natur Südwestfrankreichs – 13 Hektar, eigene Quellen, Alpacas auf der Wiese – wird als Ganzes vermietet und lebt vom gemeinsamen Tisch. Susanna und Nico kochen nach dem Farm-to-Table-Prinzip: Was im Garten wächst, landet auf dem Teller, oft begleitet von lokalen Weinen und langen Abenden in der mächtigen alten Scheune. Wer mag, pflanzt seinen eigenen Baum oder schwitzt gemeinsam in der Fasssauna. Für jede Buchung wird ein Baum gepflanzt, den Gäste beim Aufenthalt selbst setzen können.

Steinhaus mit blauen Fensterläden und Terrasse des Ferienhauses The Happy Hamlet in Fauroux, Okzitanien
Erbsensuppe mit Minze und Bruschetta mit Tomaten, serviert im Ferienhaus The Happy Hamlet in Frankreich
Pool mit Blick auf bewaldeten Hügel im Garten des Ferienhauses The Happy Hamlet in Okzitanien
Gemütliches Zimmer mit Natursteinwand und rustikaler Einrichtung im Ferienhaus The Happy Hamlet
Rustikale Kaffeestation mit Tafel und Vintage-Geschirr im Ferienhaus The Happy Hamlet in Fauroux

Sauna, Lagerfeuer und Gespräche im Re:hof Rutenberg in der Uckermark

Aus einer verwahrlosten Pfarrhof Ruine haben das niederländische Künstlerpaar Marieken und Martin über ein Jahrzehnt einen Ort gebaut, an dem Rückzug und Beisammensein kein Widerspruch sind. Inzwischen gehört der Re:hof einer Genossenschaft – wer will, kann Mitbesitzer werden und dafür sorgen, dass dieser Ort mit seinen loftartigen Wohnungen, den architektonisch bemerkenswerten Gartenhäusern, der Sauna unter der alten Eiche und dem Hofladen mit täglichem Brötchenservice langfristig erhalten bleibt. Das Lagerfeuer am Abend gehört dazu, genauso wie das Gespräch mit Menschen, die man dort vielleicht das erste Mal trifft. Wer den Hof nicht nur besuchen, sondern mitgestalten möchte, kann als Mitglied der Genossenschaft Mitbesitzer werden.

Gäste entspannen unter Obstbäumen im Garten des Re:hof Rutenberg in Lychen, Brandenburg
Bett vor großem Fenster mit Blick auf Wiese und Wald im Zimmer Salix des Re:hof Rutenberg
Offene Scheune mit Holzbalken, Galerie und Bar im Re:hof Rutenberg in Lychen, Brandenburg
Sauna-Haus mit Lagerfeuer und Terrasse am Abend im Re:hof Rutenberg in Lychen, Brandenburg

Zusammen Natur tanken im Siebengebirge

Ein großer Garten mit bunten Blumen, schönen Bäumen, blökenden Schafen und Beeten mit Obst und Gemüse wie aus dem Bilderbuch. Hier im Siebengebirge zwischen Ölberg, Wolkenburg und Drachenfels hat man richtig viel Natur zum Durchatmen. Der Mucherwiese Bio- und Kulturhof am Rande des Siebengebirges wurde bereits 1935 vom Künstler Walther Kniebe gegründet. Seine anthroposophischen Gedanken und freie Kunst zwangen ihn zur damaligen Zeit, sich als Künstler aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und so fanden er und einige Gleichgesinnte in einem alten Jagdhaus einen idealen Rückzugsort. Der Hof wird heutzutage von einer generationenübergreifenden, integrativen und selbstverwalteten Hofgemeinschaft geführt, die sich in einem gemeinnützigen Verein organisiert. Für große und kleine Gäste ist dies ein Ort zur Erholung, Inspiration und Naturerfahrungen. Es gibt jede Menge Gemüse-, Blumen-, Kräuter- und Obstsorten, artenreiche Biotope mit verschiedensten Pflanzen und Rückzugsräume für Wildtiere. Alle Prozesse werden hier seit bald neunzig Jahren ganzheitlich gedacht und gelebt.

Herde brauner und weißer Bergschafe hinter einem Weidezaun auf der Mucherwiese bei Bad Honnef
Gästehaus mit Satteldach und Sonnenblumenstrauß auf der Terrasse der Mucherwiese im Siebengebirge
Reife orangefarbene Hokkaidokürbisse im Gemüsegarten des Bio- und Kulturhofs Mucherwiese
Rundzelt auf Holzplattform mit Stuhl und Blick auf Wiese und Wald bei Sonnenaufgang, Mucherwiese

Begegnungen im Schloss – das Château d’Orion in Neu-Aquitanien 

Zwischen Biarritz und Pau, im Grenzland zwischen Frankreich und Spanien, steht ein 500 Jahre altes Schloss, das Chateau d`Orion war schon immer ein Ort der Begegnung: erst als Laienkloster, dann als intellektueller Mikrokosmos von Dichtern und Denkern, heute als Kultur- und Begegnungsstätte im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft. Die Familie Premauer bewirtet ihre Gäste am gemeinsamen Tisch – mit Produkten aus dem eigenen Permakultur-Garten und einem Grundprinzip, das sie schlicht „64″ nennen: alles aus dem Umkreis von 64 Kilometern. Regelmäßige Denkwochen, Konzerte und Kolloquien laden dazu ein, nicht nur zu schlafen, sondern zu denken, zu diskutieren und zu feiern. Am gemeinsamen Gästetisch und bei den regelmäßigen Denkwochen entsteht das, was das Château so besonders macht: echte Begegnung.

B&B Château d'Orion – Salon mit Kamin und antiken Möbeln in Orion, Frankreich
Historische Fassade des Château d'Orion mit blühendem Garten in Neu-Aquitanien
Gemeinsames Essen auf der Terrasse des B&B Château d'Orion in Orion, Frankreich
Kinder im Schlosspark des B&B Château d'Orion bei Orion, Neu-Aquitanien

Zusammen Genießen auf der Michelberger Farm im Spreewald

Was als Pandemie-Idee begann, ist heute einer der schönsten Beweise dafür, dass Gemeinschaft nicht geplant werden muss – sie entsteht, wenn der Rahmen stimmt. Nadine und Tom Michelberger haben auf einem alten Vierseitenhof im Spreewald die regenerative Michelberger Farm eröffnet, bei der Frühstück und Abendessen zum Zimmerpreis gehören und im Sommer gerne mal mitten auf dem Feld stattfinden, rund um den großen Teich. Der große Gemeinschaftsraum mit Kamin, Küche und Barbereich zieht die Gäste magnetisch an – und die Führungen durch den Nahrungswald mit mehr als 15.000 Bäumen, Sträuchern und Kräutern tun den Rest. Und wer genug Natur getankt hat, kann sich ins Großstadtgetümmel mischen. Das gleichnamige Hotel in Berlin-Friedrichshain hat auch große Community-Spaces und ein ebenso hervorragendes Restaurant mit Produkten von der Farm.

Landwirtschaftliches Gebäude mit rotem Ziegeldach und Terrasse auf der Michelberger Farm in Vetschau
Person geht durch dicht bewachsenen Gartenweg mit Beerensträuchern auf der Michelberger Farm
Hände ernten reife Tomaten von der Pflanze im Garten der Michelberger Farm
Schale mit buntem Blattsalat, Kirschtomaten und Erbsen auf der Michelberger Farm
Langer Holztisch mit gedeckten Plätzen und Kamin im Restaurant der Michelberger Farm

Fazit:

Was diese fünf Orte verbindet, ist ein Gefühl zwischen Gleichgesinnten zu sein und gerade so viel Gemeinschaft zu genießen, wie man möchte. Nicht nur ein Haus, sondern auch Zeit mit Menschen im Garten, am Tisch oder bei Workshops zu teilen.

© Fotos: Happy Hamlet, Re:hof Rutenberg, Mucherwiese Bio- und Kulturhof, Chateau d’Orion / Klaus Mellenthin; Ross Harvey, Michelberger Farm 

Geraldine arbeitet als freie Autorin für Good Travel und hat gerade eine Ausbildung zur Nachhaltigkeitsmanagerin absolviert. Nach zwanzig spannenden Jahren beim Film, widmet sie sich jetzt hauptberuflich ihren anderen Leidenschaften – Reisen, Essen und Design.

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