Statt neu kaufen – Geld für die Reparatur bekommen
Toaster kaputt? Handy-Display gesprungen? Früher hieß es oft: „Reparieren lohnt sich nicht – lieber neu kaufen!“ Doch langsam kehrt sich dieser Trend um. Immer mehr Menschen entdecken den Wert des Reparierens wieder – und werden dafür jetzt sogar belohnt: mit dem Reparaturbonus. Was dahinter steckt und warum sich das nicht nur für euren Geldbeutel, sondern auch für unsere Umwelt lohnt, schauen wir uns mal genauer an.
Was ist der Reparaturbonus eigentlich genau?
Der Reparaturbonus ist eine finanzielle Förderung, die euch einen Teil der Reparaturkosten für kaputte Alltagsgeräte zurückerstattet – in der Regel bis zu 50 %, oft bis zu 200 Euro pro Reparatur. Statt also euer Smartphone, euren Staubsauger oder euren Mixer beim nächsten Defekt direkt zu entsorgen, könnt ihr ihn in einer zertifizierten Werkstatt reparieren lassen – und bekommt die Hälfte der Kosten erstattet.
Klingt gut? Ist es auch! Denn so wird nicht nur euer Geldbeutel geschont, sondern auch jede Menge Elektroschrott vermieden.
Warum das Ganze?
In Deutschland landeten im Jahr 2022 rund 900.000 Tonnen Elektroschrott in Abfallsammelstellen – eine enorme Menge, die nicht nur wertvolle Ressourcen verschwendet, sondern auch klimaschädlich ist. Oft sind es kleine Defekte, die Geräte unbrauchbar machen, und das, obwohl sie mit etwas Know-how und passenden Ersatzteilen noch Jahre weiter funktionieren könnten.
Der Reparaturbonus will genau hier ansetzen: Er soll reparieren wieder attraktiv machen. Denn oft scheitert es schlicht daran, dass eine Reparatur fast so viel kostet wie ein neues Gerät. Der Bonus gleicht das aus – und setzt so ein klares Zeichen in Richtung nachhaltiger Konsum.
Wo gibt’s den Reparaturbonus?
Zugegeben: In Deutschland ist der Reparaturbonus noch kein bundesweites Programm – aber erste Bundesländer machen es vor:
- Thüringen war 2021 Vorreiter und fördert seither Reparaturen
- Auch in Sachsen und Berlin gibt es ähnliche Fördermodelle oder Pilotprojekte
Ihr wohnt in einem dieser Bundesländer? Dann lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Landes-Website – dort findet ihr alle Infos, wie ihr einen Reparaturbonus beantragen könnt. Generell gilt aber: In Berlin und Sachsen bekommt ihr 50 % der Reparaturkosten zurück, allerdings maximal 200 Euro pro Reparatur. In Thüringen gibt’s ebenfalls 50 Prozent zurück, dort ist der Zuschuss aber auf 100 Euro pro Person und Jahr gedeckelt.
Österreich als Vorbild
Das Nachbarland macht’s schon länger – und ziemlich erfolgreich: Österreich hat im April 2022 einen bundesweiten Reparaturbonus eingeführt. Die Förderung: Bis zu 200 Euro pro Reparatur – für Elektrogeräte aller Art. Und die Nachfrage? Riesig! Über eine Million Reparaturbons wurden bereits eingelöst.
Das Erfolgsgeheimnis? Einfaches Verfahren, klare Regeln, breite Akzeptanz. Viele Reparaturbetriebe sind registriert, die Online-Plattform funktioniert reibungslos – und die Menschen nehmen das Angebot begeistert an.
Reparieren ist das neue Kaufen
Der Reparaturbonus ist mehr als nur eine nette Förderung – er ist ein Symbol für einen Wertewandel: Weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu einem bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen. Wenn wir Dinge wieder mehr wertschätzen und ihnen ein zweites Leben schenken, tun wir nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch uns selbst. Denn Hand aufs Herz: Es fühlt sich einfach gut an, etwas nicht wegzuwerfen, sondern es zu retten.
Gut zu wissen:
- Den Bonus gibt’s in einigen Bundesländern – Infos je nach Wohnort checken!
- Nur Reparaturen bei registrierten Fachbetrieben werden gefördert
- Die Rechnung muss auf euren Namen ausgestellt sein
- Ihr müsst 18 Jahre alt sein, um den Reparaturbonus zu nutzen
- Meist kann man den Bonus einfach online beantragen – Rechnungs-Upload genügt
Reparieren ist nachhaltig, sinnvoll – und mit dem Reparaturbonus auch wieder bezahlbar. Wer also beim nächsten Defekt nicht gleich zum Online-Shop klickt, sondern den Schraubenzieher oder die Werkstatt bemüht, spart CO₂, Ressourcen und bares Geld.
Also: Lieber reparieren als resignieren!
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Nadine Pinezits
Nadine ist freiberufliche Redakteurin und Texterin. Sie lebt in Österreich und pendelt zwischen Salzburg und Wien. Sie ist somit entweder in den Bergen oder im Großstadtdschungel unterwegs, versucht aber gleichzeitig, so viel Zeit wie möglich in ihrem Herzensland Portugal zu verbringen.



Wohlrad
Das Problem dabei wird sein, dass wie immer, wenn es Subventionen gibt, entsprechendes dann teurer wird. Besser wäre es, bei den Herstellern anzusetzen. Zunächst dürfen nur reparable Produkte verkauft werden. Ja, und wie man dann auch für die Möglichkeit sorgt, wie man das Produkt ohne großen Aufwand reparieren lassen kann, das müssen sich die Verantwortlichen kümmern.